Das GYMNASIUM aus der Sicht der GEW
(Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft)
Vorsitzender im Saarland war bis zum 25.11.2009 Bildungsminister
Klaus Kessler

Zitate (PDF)

Zur verheerenden Rolle des Gymnasiums 2009 (PDF)

Vgl. dazu auch
Artikel von 2007:
Zur verheerenden Rolle des Gymnasiums 2007 (PDF)

Zur Person:
Rolf Jüngermann (PDF)

Klaus Kessler in "Erziehung und Wissenschaft im Saarland" 11/2009:
"Ich stellte dar, dass ich als Gewerkschafter eine persönliche Koalitions-präferenz habe, die bei rot - rot - grün läge, dies konnte ich auch inhaltlich begründen. ... Dennoch schlägt mein grünes Herz nach wie vor links, ich akzeptiere allerdings auch ein schwarz grünes Zweckbündnis, gegründet auf Pragmatismus der Positionen ..."

Die GEW (gleiche Quelle): "Die Selektivität des deutschen Schulsystems ist ein bildungspolitischer Skandal. Auch das zweigliedrige Schulwesen löst dieses Problem nicht. Deshalb bekräftigt die GEW ihre Forderung nach einer Schule für alle Kinder und lehnt daher ein Zwei-Säulen-Modell ab."

2010-04 GEW Saarland positioniert sich (PDF)

2010-08-20 TAZ: Die Gegner sind euphorisiert (PDF)

VOS: Ja zum achtjährigen Gymnasium (G8)
ab Klasse 5!

Die Aufgabe ist für alle gleich ... (extern)

VOS INFORMATIONEN

Dank Föderalismus - Deutschland ein bildungspolitischer Flickenteppich:
Schulsysteme in Deutschland 2010 (PDF)
Regierungen in den Bundesländern 2010 (PDF)

GRUNDSATZPAPIERE
ZUM GYMNASIUM

BDK
Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien

BDK 2010-03-05:
Das Gymnasium ab Klasse 5 - unverzichtbar für Deutschland (PDF)

BDK 2009-03-22:
Das achtjährige Gymnasium - Zukunft mit Tradition (PDF)


Philogogenverband Niedersachsen (phvn
12-2009) - auch Position von BDK und VOS:

Gymnasium - Schule mit Zukunft (PDF)


Bayerischer Philologen- verband (bpv 2009-11-27):
Bildung-Pädagogik-Verantwortung
Grußwort Oberbürger-meisterin Gabriele Bauer, Rosenheim (PDF)


Aussagen von Wissenschaftlern zur Frage bzw. Wirkungsweise der Schulstruktur:
Wissenschaftler zur Schulstruktur (PDF)

Zu "Schullaufbahn-entscheidung und Bildungserfolg" sowie zu "Umgang mit Heterogeni-tät" (Prof. Dr. Kurt A. Heller bei der BDK-Herbst-tagung 2008 in München):
Mythen und Fakten zur Verlängerung der Grundschulzeit (PDF)
Umgang mit Heterogenität (PDF)


Saarländischer Philologenverband (SPhV) nimmt Stellung zur aktuellen Bildungspolitik:
SPhV: Thesen Fragen Argumente (Teil 1) (PDF)
SPhV: Thesen Fragen Argumente (Teil 2) (PDF)

Immer wieder lesenswert

2010-08-27 ZEIT: Jeder weiß es besser (PDF)

2010-08-16 FAZ: Der Mythos Ostschule (PDF)

2010-07-20 WELT: Endlich Bildung (PDF)

2010-07-17 WELT: Gute Lehrer, kluge Schüler (PDF)

2010-07-15 Rheinischer Merkur: Das teure Armutszeugnis (PDF)

2010-07-14 ZEIT: Der Glaubenskrieg (PDF)

2010-07-06/07/11 WELT: Chancengleichheit in der Bildung ist Illusion - Lob des Lehrers - Gegen die Gleichmacherei (PDF)

2010-07-06 ZEIT: Chancengleichheit in der Bildung ist Illusion (PDF)

DER SPIEGEL: Schluss mit dem Schul-Chaos, Ein Abgrund von Föderalismus (extern)

2010-05-11 ZEIT: Bildungsfern (PDF)

2010-03-28 WELT: Die Reformpädagogik als Ersatzreligion (PDF)

2010-02-12 WELT: Lehrer müssen begeistern können (PDF)

2010-02-06 Süddeutsche Zeitung: Klassenbewusstsein (PDF)

2010-02-02 FAZ: Gerecht ist nicht gleich (PDF)

2010-01-21 FAZ: Ideologische Irrtümer und Fakten um die Grundschule (PDF)

2010-01-21 FAZ: Die Schulpolitik ist die offene Flanke der Unionsparteien (PDF)

DPhV 11/2009 Profil: Bildung made in Saarland (PDF)

2009-11-14 WELT: Angriff auf die Bildungsbürger (PDF)

2004-11-14 FAZ: Einheitsschule bis Klasse 7 hilft nicht
(PDF)


Zum Vergleich:
2008-06-27 FOCUS: Einheitsschule in Frankreich (PDF)


FORSA-Umfrage zur Einheitsschule
(September 2009):
Einstellungen zur Einheitsschule (PDF)


Finnisches Schulsystem nicht auf Deutschland übertragbar:
2009-11-03 Tagesspiegel: Wo Kinder anders lernen
(PDF)
Bemerkungen zum finnischen Schulwesen (2004) (PDF)


Bundesländer-Ranking Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche: Bundesländerranking 2009 (INSM und WiWo) (extern)


Aus der Regierungs-erklärung (PDF) des Bayerischen Staats-ministers für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle, am 26. März 2009 im Bayerischen Landtag:

"Wir stehen für eine Bildungspolitik nahe am
Menschen
. Deshalb haben wir beschlossen, das Übertrittsverfahren weiterzuentwickeln.
Dieses Übertrittsverfahren stellt das Kind in den
Mittelpunkt. Dabei ist die Frage nach der richtigen Dauer der gemeinsamen Grundschulzeit berechtigt und legitim. Schulideolo-gisch aufgeladene Justa-mentstandpunkte haben nach meiner tiefen Über-zeugung im Zusammenhang mit dieser sensiblen Thematik nichts verloren.
Vielmehr geht es um die mit besonderer pädago-gischer Sorgfalt zu treffende Entscheidung, ab wann sich die Vorteile der gemeinsamen Erzie-hung in der Grundschule und die Vorzüge einer talent- und begabungs-orientierten Förderung im differenzierten Schul-angebot die Waage halten.

Nach belastbarer Expertenmeinung und
verantwortlicher Güter-abwägung ist dieser
Zeitpunkt nach meinem Dafürhalten am Ende
der 4. Klasse zielführend verortet.

INITIATIVEN DER VOS

Die Vereinigung der Oberstudiendirektoren der Gymnasien im Saarland (VOS) hat sich erneut mit den Fragen der Stellung und den Aufgaben der Schulleiter beschäftigt.

Die Positionen der VOS sind vom Vorstand in einem Grundsatzpapier zusammengefasst worden, das Sie hier finden:
VOS NEUE Schulleitung (PDF)
In dieses Grundsatzpapier sind alle wesentlichen bisherigen Überlegungen
der VOS (seit 1994) sowie der Bundesdirektoren-konferenz BDK (seit 1990) eingeflossen.


Vorschlag der VOS zur Neustrukturierung der Gymnasialen Oberstufe Saar (GOS) als Diskussionsgrundlage:
Neustrukturierung GOS (PDF)


Schulfremde Zweit-korrektoren beim Zentralabitur:

In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen seit Jahren Standard, jetzt auch von Niedersachsen vorgesehen!

2010-02-18 HAZ.de: Bald Fremdgutachter beim Zentralabitur? (PDF)

VOS: Im Saarland längst überfällig!


2010-02-22 Ostsee Zeitung: Mit Note 5 zur Mittleren Reife (PDF)

Abschlüsse im Saarland: Per Antrag! (PDF)


Schülerzahlen
2006 - 2025 im Saarland

(Bertelsmann-Stiftung,
6. November 2009 )

Demographischer Wandel (extern)
Länderbericht Saarland
(PDF)
Landkarte Saarland (PDF)
Landkarte Deutschland (PDF)


Niveauverlust

Die Klagen der Wirtschaft zum sinkenden Niveau von Schulabsolventen sind berechtigt. Wohin führt dann eine Gemeinschafts-schule/Einheitsschule?
Saarland: Beispiel aus einem Rekrutierungsverfahren für gewerblich-technische Berufe in der Industrie 2010 (PDF) - mit freundlicher Genehmigung

Nachrichten


Das grundständige Gymnasium ab Klasse 5 bleibt im Saarland erhalten!

Herzlichen Dank an alle, die die VOS in den Bemühungen zum Erhalt des Gymnasiums ab Klasse 5 unterstützt haben!

Der Koalitionsvertrag
"Den Fortschritt nachhaltig gestalten"
2009-11-05 Der Koalitionsvertrag von Jamaika (PDF)

Aktueller Pressespiegel

2010-09-09 SZ: Linke im Saarland lässt fünftes Grundschuljahr endgültig scheitern (PDF)

2010-09-08 SZ: Diese bösen Bildungsbürger (PDF)

2010-09-08 SZ: Kessler wirbt jetzt für die Gemeinschaftsschule (PDF)

2010-09-06 SZ: Minister Kessler sagt Diskussion bei Landeselterninitiative ab (PDF)

2010-09-05 WELT: Uni paradox: Die Elite wird bestraft (PDF)

2010-09-04 FAZ: Von Hamburg lernen (PDF)

2010-09-04 SZ: Gemeinschaftsschule steht nun im Zentrum der Reformdebatte (PDF)

2010-09-03 SZ: Schulreform: Kessler sauer auf SPD (PDF)

2010-09-02 SPIEGEL Online: Saar-SPD sagt nein zum fünften Grundschuljahr (PDF)

2010-09-02 SZ: SPD sagt Nein: Aus für fünftes Grundschuljahr (PDF)

2010-09-01 SZ: Kessler hält an fünf Grundschuljahren fest (PDF)

2010-09-01 SZ: FDP-Politiker Schmitt sagt Ja zur Schulreform (PDF)

2010-08-31 SZ: Längere Grundschule stoppen (PDF)

2010-08-31 SZ: Jamaika rückt zunehmend vom fünften Grundschuljahr ab (PDF)

2010-08-31 SZ: "Nur fünf Prozent der Bildungsreform" (PDF)

2010-08-30 T-Online: Saarbrückens Oberbürgermeisterin lehnt fünftes Grundschuljahr ab (PDF)

2010-08-28 SZ: Schulleiter machen Druck gegen Schulreform (PDF)
vgl. Pressemitteilung der VOS vom 27.08.2010

2010-08-27 SZ: Unternehmer gegen "Schul-Experimente" (PDF)

2010-08-27 ZEIT: Jeder weiß es besser (PDF)

2010-08-27 Berliner Umschau: Lehrerchaos in Deutschland (PDF)

2010-08-26 SZ: Kampf um die Schul(re)form (PDF)

2010-08-26 WELT: Kontinuität statt ideologische Debatten (PDF)

2010-08-26 SZ: Saar-Regierung bleibt bei fünftem Grundschuljahr (PDF)

Aktuelle
Pressemitteilungen

VOS und BDK

2010-08-27 Die Schüler müssen es ausbaden (PDF)

2010-07-19 Schulleiter der Gymnasien erneuern Kritik an G7 (PDF)

2010-04-27 Zum angeblichen Lehrerüberhang an saarländischen Gymnasien (PDF)

2010-04-22 Lehrerstellenstreichungen an Gymnasien und Erweiterten Realschulen (PDF)

42 + 33 + 51 = 75 + 51
Zum Überprüfen der Gleichung (PDF)

2010-04-08 Stundentafel G8: Kritik der VOS an Abwahlmöglichkeiten (PDF)

2010-03-24 Schulbuchausleihe: Jetzt haben die Schulen den schwarzen Peter (PDF)

2010-03-05 Pressemitteilung BDK: Gymnasium ab Klasse 5 - unverzichtbar für Deutschland (PDF)

2009-11-27 VOS: Gute Wirtschaftspolitik braucht gute Bildungspolitik (PDF)


Philologenverband

2010-07-12 DPhV: Zerstörerischer Kulturkampf gegen das Gymnasium (PDF)

2010-06-23 bpv: Gegliedert gewinnt (PDF)

2010-06-09 bpv: Schüler wollen keine Gesamtschule (PDF)

2010-04-23 SPhV: Steinbruch Gymnasium (PDF)


Landeselternvertretung (LEV) Gymnasien Saarland
GLEV - GesamtLandesElternvertretung des Saarlandes
(extern)

2010-05-10 LEVG: Mehr Lehrer für alle Schulformen (PDF)

2010-05-06 LEVG: Brief an den Ministerpräsidenten (PDF)

2010-05-04 LEVG: Offener Brief zur Personalisierung der Gymnasien (PDF)

2010-02-05 LEVG: LEV Gymnasien ist gegen ein G7 durch die Einführung eines 5. Grundschuljahres (PDF)

Unterschriftenaktion
der LEVG:

Gegen G 7 durch die Einführung eines 5. Grundschuljahres (PDF)

2009-12-06 LEVG: Zur geplanten Einführung eines 5. Grundschuljahres (PDF)


Arbeitskreis Wirtschaft

AKW 02/2010: Georgi warnt vor geplanter Schulstrukturreform (PDF)


Offener Brief
von Lehrerinnen und Lehrern saarländischer Gymnasien an die Abgeordneten des saarländischen Landtages:

Keine Verfassungsänderung! (PDF)


Die SPD hat – einmalig in Deutschland – auf ihrem Wahlparteitag am 27. Februar 2010 beschlossen, dass alle (!) Schulformen in Nordrhein-Westfalen durch die Gemeinschaftsschule ersetzt werden.
Pressemitteilung des Aktionsbündnisses Schule:
2010-03-01 Aktionsbündnis Schule: SPD - Gemeinschaftsschule einzige Schulform (PDF)


Beim Übergang von der Grundschule zum Gymnasium entscheiden
im Saarland seit dem
15. Januar 2010 allein
die Eltern:

Übergang von der Grundschule 2010 (PDF)
(rechtsverbindlich sind nur die Veröffentlichungen im Amtsblatt des Saarlandes!)

2009-12-02 Stellungnahme der VOS (PDF)

Ziel von Bildungsminister Klaus Kessler ist die EINHEITSSCHULE!
CDU Positionen zum Gymnasium VOR der Wahl 2009 (PDF)

Bildungsminister Klaus Kessler im Interview:
2009-12-14 Süddeutsche.de: Fünf Jahre Grundschule sind besser als vier (PDF)

VOS: Acht Jahre Gymnasium sind besser als sieben. Längeres gemeinsames Lernen am Gymnasium "ist pädagogisch sehr wichtig".


Josef Kraus
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
2009-11-16 Deutscher Lehrerverband: Keine Verlängerung der Grundschule (PDF)


Vortrag von Dr. Gerd Brosowski, Saarbrücken
2010-01-07 Die Folgen des Koalitionsvertrages für das grundständige Gymnasium im Saarland
(PDF)

Pressebericht zur geplanten Verfassungsänderung:
2009-11-04 SZ: Jamaika will verfassungsrechtlichen Bestandsschutz des Gymnasiums aufgeben (PDF)


Chancengleichheit?

Koalitionsvertrag: "Der Wettbewerb zwischen öffentlichen und privaten Schulen verleiht den Eltern, Schülerinnen/Schülern und Lehrerinnen/Lehrern zusätzliche Wahlmöglichkeiten."

G8 - das achtjährige Gymnasium ab Klasse 5 - bleibt an den Privatschulen im Saarland erhalten!

Unverändert, d. h. ab Klasse 5, fortgeführt werden auch das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken und das Deutsch-Luxem-burgische Schengen-Lyzeum in Perl!


Verrat von Grund-positionen!

Aus dem Protokoll der Sitzung des Saarländischen Landtags vom 12.09.2007
Protokoll (Ausschnitt) (PDF):

Jürgen Schreier (CDU-Fraktionsvorsitzender):
"... Es ist eben keine not-wendige Voraussetzung, wie die Grünen es uns weis-machen wollen, zuerst die Verfassung zu ändern und dann über Schulstrukturen zu reden. Änderungen der Verfassung stehen nicht am Anfang sondern wenn über-haupt am Ende der Diskussi-on. Ganz im Gegensatz zu den Grünen sind wir der Auffassung: Schulformen gehören in die Verfassung. Dort sollen sie auch bleiben. Das gibt den Schulen Existenzsicherheit und den Eltern Planungs-sicherheit. Aber wie gut es ist, dass Schulstrukturen nur mit Zweidrittelmehrheit geändert werden können, zeigt der Antrag der Grünen, den wir nachher behandeln. Sie wollen nämlich die Einheitsschule, also auch die Abschaffung des Gymnasiums."

Dr. Hartmann (FDP):
"... Wenn die Schulstruk-turen alle fünf Jahre ver-ändert würden, wäre das die größte Katastrophe für die Schulen in unserem Land. Insoweit gibt es (durch die Verfassungs-garantie) ein Stück weit Rechtssicherheit. Wir wollen keinen Einheitsbrei, wir wollen keine Einheits-schule, für uns steht das Gymnasium außer jeder Debatte."

Rink (CDU, Vorsitzende des Bildungsausschusses, 2. Landtagsvizepräsidentin) zu den Grünen:
"... Ihr Gymnasium beginnt ab Klasse 10. Damit hätten wir ein dreijähriges Gymnasium. Wenn Sie meinen, das sei die Zukunft in der Schulreform und den Schulformen (Abgeordneter Ulrich, Grüne: "Genau das meinen wir!"), dann sind sie wirklich auf dem falschen Weg. Ich hoffe, dass Sie in diesem Lande noch lange keine Verantwortung tragen, damit uns diese Dinge in der Bildungspolitik erspart bleiben. Wir brauchen Planungssicher-heit für die Schüler, die Eltern und auch für die Lehrer in diesem Land, denn sie wollen in Ruhe und ver-nünftig arbeiten."


SPhV - Kommentar Gymnasium Saar 5/2009:
SPhV: Verraten und verkauft (PDF)


Gute Gründe für
die Erhaltung des Gymnasiums ab Klasse 5!

Gute Gründe! (extern)
Mythen und Fakten zur Verlängerung der Grundschulzeit (extern)


Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister für Kultus in Sachsen, über die Gründe für den PISA-Sieg der sächsischen Gymnasien:
2009-11-18 dradio.de: Das Entscheidende ist das Kerngeschäft Unterricht (PDF)

"Wöller: Und drittens haben wir eine Verlässlichkeit, wir haben einen 20-jährigen Weg einge-schlagen, den sächsischen Weg, ohne große Reformen. Und damit haben wir Ruhe, um Qualität zu entwickeln."

Startseite


Bildungspolitik im Saarland

LINKE im Saarland lässt fünftes Grundschuljahr endgültig scheitern!
2010-09-09 SZ: Linke erteilen fünftem Grundschuljahr eine Absage (PDF)

VOS: Kommt die Gemeinschaftsschule, muss auch das grundständige Gymnasium ab Klasse 5 in der Verfassung festgeschrieben werden!

SPD sagt Nein: Aus für fünftes Grundschuljahr
SPD will einer Verfassungsänderung zum fünften Grundschuljahr nicht zustimmen!
"Unter Abwägung aller organisatorischen, vor allem aber pädgogislchen Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass bei der Einführung eines fünften Grundschuljahres im Ergebnis mehr Schaden angerichtet als Nutzen erzielt würde", sagten SPD-Fraktionschef Heiko Maas und Fraktionsvize Ulrich Commerçon exklusiv der Saarbrücker Zeitung.
SPD Saar: Entscheidung gegen fünftes Grundschuljahr (PDF)

Gemeinsamer Appell von Eltern und Schülern „Für gelingende Schulen!
Kein 5. Grundschuljahr!“

Unterschriftenaktion wird fortgesetzt!

Auch nach der SPD-Entscheidung: Unterschriftenaktion der Eltern wird fortgesetzt! (PDF)
Kein 5. Grundschuljahr - Medienmitteilung
(PDF)
Kein 5. Grundschuljahr - Unterschriftenaktion (PDF)
Kein 5. Grundschuljahr - Begleitschreiben (PDF)

Die VOS stellt fest: In der saarländischen Bevölkerung lehnt eine breite Mehrheit das fünfte Grundschuljahr ab!
Höchst lesenswert ist dazu der Kommentar von Bernard Bernarding in der Saarbrücker Zeitung: 2010-08-26 SZ: Kampf um die Schul(re)form (PDF)
Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände (VSU):
Längere Grundschule macht Saarland zum ideologischen "Versuchslabor":
2010-08-27 SZ: Unternehmer gegen "Schul-Experimente" (PDF)

Das "Bildungskonzept" der "Jamaika-Koalition":
Geplante Verfassungsänderung und Konzepte (PDF)
Einführung 5. Grundschuljahr (PDF)
Eckpunktepapier Gemeinschaftsschule (PDF)
Bildungspolitik Landespressekonferenz 2010-07-08 (PDF)

Saar-Bildungsminister gegen Volksentscheid über Schulreform:
2010-07-21 SZ: Wir sollten uns einen Schulkampf ersparen (PDF)
didacta 2/2010: Länger gemeinsam lernen (PDF)
Bildungsminster Klaus Kessler auf SR2 (PDF)
2010-01-04 Saarbrücker Zeitung: Die Schule für alle bleibt sein Fernziel (PDF)


Volksinitiative"Wir wollen lernen" erfolgreich!Hamburger Volksentscheid: Bürger strafen Angriff aufs Gymnasium ab!

Das ENDERGEBNIS: “Wir wollen lernen!”: 58 % Ja-Stimmen (276.304 Stimmen). Bürgerschaft: 45,5 % Ja-Stimmen (218.065 Stimmen). Insgesamt gaben 492.057 Hamburger ihre Stimme ab.
Wir wollen lernen! (extern)
Vorläufiges Abstimmungsergebnis (extern)


Bundesbildungsministerin
Prof. Dr. Annette Schavan:

"Die Bürger sind es satt, dass ständig an den Schulstrukturen herumgedockert wird. Vor allen Dingen ist in Hamburg der Eindruck erweckt worden, das Gymnasium sei Schuld an den Schwachstellen im Bildungssystem. Das war falsch und deswegen ist es so ausgegangen."
Quelle: 2010-07-19 WELT: Schavan lobt Absage an die Hamburger Schulreform (PDF)

Kultusminister zur Schulstruktur:

Dr. Ludwig Spaenle (CSU, Präsident KMK, Kultusminister Bayern):
"Systemkonstanz ist entscheidend für gute Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Wir dürfen nicht die Einheitsschule vorbereiten, sondern müssen die individuelle Förderung der Kinder verbessern, das leistet das differenzierte, mehrgliedrige Schulsystem."

Prof. Dr. Roland Wöller (CDU, Kultusminister Sachsen):
"Es geht nicht, nur die Bildungsrepublik auszurufen und dann nichts zu liefern. Meine Partei muss zu ihrer Verantwortung stehen. Ziel muss es sein, die Unterrichtsstrukturen und die Qualität von Unterricht zu verbessern. Statt ständiger Bildungsreformen braucht Schule Kontinuität."

Prof. Dr. Marion Schick (CDU, Kultusministerin Baden-Württemberg):
"Es gibt kein überzeugendes Modell für ein Gymnasium mit weniger als acht Jahren."

Quelle der Zitate: 2010-07-11 SPIEGEL: Unionspolitiker wettern gegen Beusts Schulumbau (PDF)

Dr. Bernd Althusmann (CDU, Kultusminister Niedersachsen):
"Wir setzen in unserem Bundesland auf Vielfalt statt Einfalt. Wir haben 2004 die Orientierungsstufe mit den Jahrgängen 5 und 6 bewusst abgeschafft und werden an der vierjährigen Grundschule festhalten."
Quelle: 2010-07-15 WELT: Wir setzen auf Vielfalt statt Einfalt (PDF)

Vgl. auch: Rede Marion Schick beim Philologenverband BW (PDF)


Lesenswert
2010-07-20 WELT: Endlich Bildung (PDF)
2010-07-13 WELT: Schule der Unsouveränen (PDF)
2010-07-06/07/11 WELT: Chancengleichheit in der Bildung ist Illusion - Lob des Lehrers - Gegen die Gleichmacherei
(PDF)
Kernthesen:
Die Verfechter der Gleichheit haben unsere Gesellschaft fest im Griff. Was für sie im Sozialen der Mindestlohn ist, ist in der Bildung die Chancengleichheit. Ihr Rezept ist einfach: Sie verlangen die Einführung der Einheitsschule. Sie glauben, dass die Schwächen der einen dadurch austariert werden können, dass man sie gemeinsam mit denen unterrichtet, die als leistungsstark und hochbegabt gelten. Für sie ist Bildungspolitik letztlich eine verkappte Form von Sozialpolitik. Doch ein Erfolg der Einheitsschule ist empirisch durch nichts nachzuweisen. Im Gegenteil: Im Ländervergleich innerhalb der Bundesrepublik haben die Länder, die über ein dreigliedriges Schulsystem verfügen, sogar besonders gut abgeschnitten. Statt Glaubenskriege um die Einheitsschule auszufechten, sollte sich die Schule in Deutschland den wirklichen Problemen zuwenden. Das Motto müsste lauten: vom Kampf um das beste Schulsystem zum Kampf um den besten Unterricht. (Sabine Menkens, WELT Online, 12. Juli 2010)


Sigmar Gabriel (SPD-Parteivorsitzender):
"Offenbar war es nur ein frommer Wunsch, Schüler mit derart großen Leistungsunterschieden gemeinsam zu unterrichten", räumte Gabriel ein. Die OS [Orientierungsstufe Niedersachsen Klassen 5 und 6] habe sich "sozial höchst selektiv" ausgewirkt: "Sie hat die Guten nicht richtig gut gemacht - und die Schlechten nicht besser.
"
Quelle: SPIEGEL Online 26.06.2003, Nun ist sie weg (extern)


Saarländische Parteien zur Schulstruktur:

LINKE: 2010-09-09 SZ: Linke im Saarland lässt fünftes Grundschuljahr endgültig scheitern (PDF)

SPD: 2010-09-02 SZ: SPD sagt Nein: Aus für fünftes Grundschuljahr (PDF

FDP: 2010-09-01 SZ: FDP-Politiker Schmitt sagt Ja zur Schulreform (PDF)

FDP: 2010-08-26 SZ: Widerstand in der FDP gegen fünftes Grundschuljahr wächst (PDF)

FDP: 2010-08-24 SZ: Tadel aus den eigenen Reihen (PDF)

FDP: 2010-08-23 SZ: Saar-FDP geht weiter auf Distanz zur geplanten Schulreform (PDF)

CDU: 2010-08-20 SZ: Keine Basis für Jamaika-Bildungspolitik (PDF)

CDU: 2010-08-18 SZ: Müller wirbt für Schulreform (PDF)

LINKE: 2010-08-12 SZ: LINKE: Streichung der Schulformen aus der Verfassung (PDF)

CDU, FDP: 2010-07-28 SZ: CDU und FDP Saarbrücken lehnen fünfjährige Grundschule ab (PDF)

FDP: 2010-07-20 SZ: FDP geht auf Distanz zu Schulreform im Saarland (PDF)

Linke stellen Bedingungen für Zustimmung zu Verfassungreform:
2010-07-19 SZ: Zwei-Säulenmodell für eine Übergangszeit (PDF)

Ulrich Commerçon, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im saarländischen Landtag, im ZWD-Interview:
"Ich bin wie meine Partei für längeres gemeinsames Lernen, möglichst bis zur Klassenstufe 10." Das Interview: 2010-03-30 ZWD: Zum Hamburger Modell würde ich sofort Ja sagen (PDF)

SPD Saar fordert die Streichung der namentlichen Nennung der Schulformen aus der Verfassung und will gleichzeitig die Einführung eines Zwei-Wege-Modells mit Gemeinschaftsschule und achtjährigem Gymnasium - ein Widerspruch? SPD Saar: Bildungskonzept 2010 (PDF)

Pressemitteilung der FDP:
2010-03-22 FDP Saar: Kein Vertrauen in die Einheitsschule (PDF) Vgl. FDP-Bundespartei (Pressemitteilung vom 7. Januar 2010):
CANEL: Die Sechsjährige Grundschule ist kein Erfolgsmodell (PDF)


Bildungsforscher zu Fragen der Schulstruktur

Prof. Dr. Helmut Fend (Bildungsforscher, Universität Zürich): "Selten hat mich das Ergebnis meiner Forschungen so überrascht und enttäuscht wie diesmal: Die Gesamtschule schafft unterm Strich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des gegliederten Schulsystems – entgegen ihrem Anspruch und entgegen den Hoffnungen vieler Schulreformer, denen ich mich verbunden fühle."
Quelle: 2008-01-04 ZEIT: Schwerer Weg nach oben (PDF)

Prof. Dr. Jürgen Baumert, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) und Prof. Dr. Olaf Köller, Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB):
"Frühe Differenzierung fördert leistungsstarke Schüler."
"Unübersehbar zeigen sich deutliche Leistungsvorteile der Gymnasiasten aus den Bundesländern mit vierjähriger Grundschule, die frühere Differenzierung scheint also leistungsstärkere Schüler in allen drei Fächern [Deutsch, Mathematik, Englisch] besser zu fördern."
"Mit dem günstigeren Lernklima am Gymnasium gehen offenbar nicht nur bessere Schulleistungsentwicklungen einher, sondern auch eine besondere Ausschöpfung kognitiver Begabungsreserven."
"Zusammenfassend zeigt sich zumindest für das deutsche Schulsystem, dass bezogen auf die Fachleistungsentwicklung leistungsstarke Schüler von der Differenzierung im Sekundarbereich profitieren."

Quelle: "Entwicklungspsychologie" (2008) von Rolf Oerter, Leo Montada (Herausgeber). Prof. Köller ist seit 01.10.2009 neuer geschäftsführender Direktor des IPN (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik).

Prof. Dr. Olaf Köller:
"Die nationalen und internationalen Schulleistungsstudien der letzten Jahre haben gezeigt, dass Schüler an integrierten Gesamtschulen im Vergleich zu Schülern im dreigliedrigen Schulsystem keine Vorteile erreichen."
"Auch der Gesamtschule gelingt es nicht, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schullaufbahn aufzuheben oder nachhaltig zu reduzieren."

Quelle: Bildungsbericht des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB), 2008

Prof. Dr. Jürgen Baumert:
"... aber belastbare empirische Evidenz für die Wirkungen einer zweijährigen Verlängerung der Grundschule kenne ich nicht. ... Gerade wenn man neue Dinge zu lernen beginnt, scheint es einen Matthäus-Effekt zu geben: "Wer hat, dem soll gegeben werden." Also: Wer mit einem Startvorteil beginnt, kann leichter mehr dazulernen, so dass aus kleinen Unterschieden große Disparitäten werden können. Wenn die Schule diesen Spreizungseffekt durch Förderung dämpft, hat sie Erfolg."
Quelle: DER SPIEGEL, 24/2010, SPIEGEL Online 14.06.2010, Schlichte Utopie (extern)

"Wichtig ist […] dass man sich von der Illusion verabschiedet, dass der Schulzweck die Erzeugung von Gleichheit sein könnte. Ich glaube, dies ist ein Traum, den man nur auf Kosten einer systematischen Vernachlässigung von irgendeiner Gruppe erreichen kann. Das heißt, die Schule hat ihren Job getan, wenn sie den Anstieg von Ungleichheit moderat hält und optimal fördert. Die großen Unterschiede entstehen vor der Schule, und zwar aus der Interaktion von dem, was man in die Wiege bekommt, und von der Umwelt."
Quelle: Baumert im Ausschuss für Schule und Weiterbildung 09.12.2009 (PDF) des Landtags Nordrhein-Westfalen (Thema: "Reanalyse der Berliner ELEMENT-Studie")

Prof. em. Dr. Kurt A. Heller (Bildungsforscher, LMU München):
"Ein Aufschub der Übertrittsentscheidung in die 5. oder 6. Jahrgangsstufe impliziert somit mehr Nach- als Vorteile für die Schüler. Die jüngsten bildungs- bzw. parteipolitisch motivierten Entscheidungen einiger Bundesländer zur Verlängerung der vierjährigen Grundschule sind demnach ein kontraproduktives Unterfangen, das weder der Forschungslage entspricht noch der schulpraktischen Erfahrung gerecht wird."
Quelle: Ideologische Irrtümer und wissenschaftliche Fakten (PDF)

Prof. Dr. Rainer Lehmann (Bildungsforscher, Humboldt-Universität Berlin):
"Die Befürworter der Reform [Einführung der sechsjährigen Primarschule in Hamburg] behaupten, der Übergang an die weiterführenden Schulen werde gerechter, wenn er erst nach sechs statt wie bisher nach vier Jahren stattfinde. Für die Richtigkeit dieser Annahme gibt es keine empirischen Belege. ... Es mag aber zu denken geben, dass im Vergleich der Bundesländer besonders leistungsfähige Bildungssysteme wie das sächsische, das bayrische und das baden-württembergische nur die vierjährige Grundschule, dafür aber einen besonders schwach ausgeprägten Zusammenhang zwischen sozialer Her-kunft und Lernerfolg kennen. ... Das Kernproblem hinsichtlich des Ziels der Gerechtigkeit besteht darin, angesichts unterschiedlich günstiger Lernvoraussetzungen die Differenzen zwischen den Bildungserfolgen in Grenzen zu halten, ohne die schnelleren Lerner am Lernen zu hindern."
Quelle: Thesen zur geplanten Einführung der sechsjährigen Primarschule in Hamburg (PDF)

VOS: Es gibt genügend Erfahrungen! Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Bremen zeigen, dass die längere gemeinsame Lernzeit zu Niveauverlust und Unterforderung der Leistungsfähigen und damit zu hoher Frustration bei diesen Kin-dern führt. Diese Bundesländer beginnen das Gymnasium wieder mit der Klasse 5. Das achtjährige Gymnasium ist die Schulform, die leistungsfähige und leistungswillige Kinder aller gesellschaftlichen Schichten fördert. Die Klassenstufe 5 ist für das grundständige - achtjährige - Gymnasium und dessen Bildungsqualität unverzichtbar! Wer mit der Parole "Länger gemeinsam lernen" eine später einsetzende Differenzierung propagiert, der engagiert sich für eine unzureichende Förderung leistungsstärkerer Schüler. Der Anspruch auf höhere Bildungsgerechtigkeit ist so nicht einzulösen.

Viele weitere Informationen finden Sie beim Arbeitskreis Schulformdebatte e.V.

www.schulformdebatte.de (extern)

Ulrich Sprenger: Sollen Kinder länger gemeinsam lernen?
(PDF)
Auskünfte der Bildungsforschung zu Fragen der Schulstruktur (PDF)
Vgl. auch Aussagen der Bildungsforscher zur Schulstruktur in Profil 2010 (PDF)
Warnung vor der Einführung sechsjähriger Grundschulen (extern)
Pädagogische Fehlkonstruktion - Gemeinschaftsschule als Sackgasse (extern)
Bittere Bilanz (extern)
2007-03-04 WELT: Schlechte Noten (PDF)
Offener Brief des Arbeitskreises Schulformdebatte e. V. an Professor Baumert (MPIB): 18 Fragen an das MPIB (PDF)


G7: Bildung made in Saarland (PDF)

Die Bundesdirektorenkonferenz (BDK) und die Vereinigung der Oberstudiendirektoren der Gymnasien im Saarland (VOS) stellen fest, dass die CDU im Saarland in einer „Jamaika-Koalition“ bereit ist, Eingriffe in das saarländische Schulwesen vorzunehmen, die eine Absage an bisherige bildungspolitische Grundpositionen bedeuten.

Die „Jamaika-Koalition“ beabsichtigt ein sechsjähriges gemeinsames Lernen durch ein verpflichtendes Vorschuljahr und fünf Jahre Grundschule zu realisieren. In der Folge wird das achtjährige Gymnasium zu einem G7 verstümmelt! Einmalig in Deutschland. Eine Änderung der saarländischen Verfassung ist dazu erforderlich.

Wer ein G7 will, muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein!

Hinsichtlich der Schulstruktur ist das Saarland in Deutschland isoliert - es gibt nirgendwo eine fünfjährige Grundschule oder ein siebenjähriges Gymnasium!

Wenn Eltern aus dem Saarland wegziehen müssen, werden ihre Kinder vor großen Problemen stehen, ein Zuzug ins Saarland wird künftig eher einer Auswanderung gleichen. Was sagen Wirtschaftsförderer dazu?

Mit dem achtjährigen Gymnasium (G8) wurde die Schulzeit, jedoch nicht die Unterrichtszeit gekürzt. Bei G7 wird dem Gymnasium dagegen unverzichtbare Unterrichtszeit entzogen. Auch anspruchsvolle Bildung braucht Zeit - bei gemeinsamem Lernen im Klassenverband.

Man muss sich vom Anspruch des Erlernens von mindestens zwei Fremdsprachen und von drei Naturwissenschaften auf gymnasialem Niveau verabschieden. Zum Vergleich: Im achtjährigen Gymnasium von Sachsen sind zwei Fremdsprachen und drei Naturwissenschaften für jeden Schüler bis zum Abitur verpflichtend. Sachsen ist der abonnierte Sieger im Bildungsmonitor und Pisa-Sieger.

Die Bildung von sprachlichen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweigen ab der Klasse 8 - ein Qualitätsmerkmal des saarländischen Gymnasiums und ein Entscheidungskriterium der Eltern bei der Wahl der Schulform - wird kaum noch möglich sein. G7 macht wieder eine neue Stundentafel sowie neue Lehrpläne und neue Schulbücher (wer schreibt diese für das Saarland?) in allen Fächern erforderlich.

Gymnasien, die bisher ab Klasse 5 besondere Zweige (Sport, Musik, Latein) angeboten haben, wird es als Bildungsangebot im Saarland nicht mehr geben.
Betroffen sind damit auch schon die Eltern der jetzigen Klassenstufen 4 und 3 der Grundschulen!
Gerade im Falle der Latein-Zweige ab Klasse 5: Wie sollen sich die Eltern bei der Anmeldung am Gymnasium entscheiden, wenn es dieses Angebot später nicht mehr geben wird?

Vor allem auch Gymnasien mit spezifischen Profilen im grenznahen Gebiet zu Rheinland-Pfalz werden besondere Probleme bekommen. Es werden viele Kinder aus Rheinland-Pfalz diese Schulen nicht mehr besuchen und zudem viele Kinder aus dem Saarland Gymnasien in Rheinland-Pfalz wählen (nach der Klasse 4 der Grundschule!).
Klar sein muss: Kleinere Gymnasien sind in ihrer Existenz bedroht!

Die Freiwillige Ganztagsschule - ein Erfolgsmodell an den Gymnasien im Saarland - hat keine Zukunft mehr, denn gerade die Kinder der Klasse 5 stellen nach allen bisherigen Erfahrungen darin die größte Gruppe.

Ein Organisationschaos kann auch vorausgesagt werden. Insbesondere dann, wenn Lehrkräfte der weiterführenden Schulen z. B. in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache) an den Grundschulen eingesetzt werden müssen. Dieser Einsatz wäre ebenso wie die räumliche Ausstattung für das 5. Grundschuljahr mit erheblichen Kosten verbunden. Wer will eigentlich noch Gymnasiallehrkraft im Saarland werden? Die ersten Lehrkräfte wandern schon aus dem Saarland ab.

Bildungsminster Klaus Kessler:
"Jetzt geht der Lehrer zum Schüler und nicht der Schüler zum Lehrer."

Die Reformen der letzten Jahre (achtjähriges Gymnasium G8, neue Gymnasiale Oberstufe Saar GOS) sind immer noch nicht in vollem Umfang bewältigt; im Detail gibt es noch viel zu verbessern. Die notwendigen Korrekturen an G8 und GOS werden nicht stattfinden, was somit zu Lasten der Schülerinnen und Schüler geht, die jetzt bereits am Gymnasium sind und die von Verbesserungen des bestehenden Systems profitieren würden.

BDK und VOS stellen nachdrücklich fest: Die Klassenstufe 5 ist für das grundständige - achtjährige - Gymnasium unverzichtbar! Versuche in anderen Bundesländern, diese Klassenstufe dauerhaft aus dem Gymnasium zu entfernen, sind gescheitert. Das „längere gemeinsame Lernen“ wurde wieder aufgegeben.
Den leistungswilligen und leistungsfähigen Kindern wird mit dem im Saarland geplanten Vorhaben die Grundlage für eine adäquate Schulbildung entzogen.

Es ist schon der blanke Hohn, für das Gymnasium eine Bestandsgarantie geben zu wollen, die Verfassungsrang hat, denn die hat es im Saarland ja schon - und zwar ab Klasse 5! Wer dem Gymnasium wirklich eine Bestandsgarantie geben will, muss einfach eine Änderung der Verfassung ablehnen!
VOS: Bei einer Verfassungsänderung muss das achtjährige Gymnasium ab Klasse 5 in der Verfassung festgeschrieben werden. Bis Klasse 10 muss der Unterricht im Klassenverband erfolgen.

Die Einführung der Bezeichnung "Gemeinschaftsschule" ist der erste Schritt zur "Einheitsschule" bis Klasse 9 mit einer sich anschließenden dreijährigen gymnasialen Oberstufe, dem eigentlichen bildungspolitischen Ziel der Grünen!

Seit 40 Jahren „reformieren“ Politiker das Bildungswesen im Saarland - sie experimentieren ohne Ende mit unseren Schülern, Lehrern und Eltern. Aber niemand hat erkannt, dass der, der sich wirklich für Qualität im Schulwesen einsetzt, endlich die Schulen in Ruhe pädagogisch arbeiten lässt, der Bildung höchste Priorität zuerkennt, den Lehrerberuf auch durch angemessene Wertschätzung für unsere besten Abiturienten attraktiv macht und der Aus- und Weiterbildung der Lehrer größte Beachtung schenkt - so wie Finnland.


"Historischer Schulkompromiss" von 1996

Aus dem Protokol der Sitzung des Saarländischen Landtags vom 27. März 1996: Historischer Schulkompromiss 1996 (PDF)

Verfassung des Saarlandes - Auszug und Kommentar zu:
Schulformen, Aufnahme, Privatschulen

Verfassung des Saarlandes (SVerf) Auszug und Kommentar (PDF)
Verfassung des Saarlandes (SVerf) (PDF)

Gemeinschaftsschule/Einheitsschule als einzige Schulform verfasssungsrechtlich nicht zulässig:

Verfassungsrechtliche Grenzen einer Schulreform im Saarland(PDF) - mit freundlicher Genehmigung

Ein Beitrag von Dr. Wolfgang Kiefer, Richter am Verwaltungsgericht des Saarlandes:
"Es besteht jedoch eine Verpflichtung des Staates, ein ausreichend differenziertes Schulangebot zur Verfügung zu stellen. Das daraus resultierende Wahlrecht der Eltern zwischen den vom Staat zur Verfügung gestellten Schulformen darf nicht mehr als zulässig begrenzt werden. Die Grenze des verfassungs-rechtlich Zulässigen wird dann überschritten, wenn das Wahl- und Bestimmungsrecht der Eltern angesichts nur noch einer einzigen vorhandenen obligatorischen Schulform mit einem vom Staat einseitig festgelegten Bildungsziel obsolet wird und praktisch leerläuft. Von daher wäre der Versuch, die Gemeinschaftsschule als einzige Schulform (im Sinne einer Einheitsschule) etablieren zu wollen, von vornherein zum Scheitern verurteilt."
Veröffentlicht in: Zeitschrift für Landes- und Kommunalrecht Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland - LKRZ (extern).


Im Koalitionsvertrag ("Plan B"): "Bei Nichtzustandekommen dieser Verfassungsänderung bleibt die vierjährige Grundschule
(1-4) erhalten und die weiterführenden Schulformen setzen ab Klassenstufe 5 ein. Die Prinzipien Chancengleichheit, Wahlfreiheit, Durchlässigkeit und längeres gemeinsames Lernen werden dann im Zuge von Teilreformen realisiert. Ansatzpunkte hierbei sind unter anderem die Punkte Lehrplangestaltung, Stundentafeln, Ganztagsschulen, bedarfsgerechter Ausbau der Gesamtschulen (5-13; ggf. durch Umwandlung von Erweiterten Realschulen)."