Startseite
Bildungspolitik im Saarland
LINKE im Saarland lässt fünftes Grundschuljahr endgültig scheitern!
2010-09-09 SZ: Linke erteilen fünftem Grundschuljahr eine Absage (PDF)
VOS: Kommt die Gemeinschaftsschule, muss auch das grundständige Gymnasium ab Klasse 5 in der Verfassung festgeschrieben werden!
SPD sagt Nein: Aus für fünftes Grundschuljahr
SPD will einer Verfassungsänderung zum fünften Grundschuljahr nicht zustimmen!
"Unter Abwägung aller organisatorischen, vor allem aber pädgogislchen Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass bei der Einführung eines fünften Grundschuljahres im Ergebnis mehr Schaden angerichtet als Nutzen erzielt würde", sagten SPD-Fraktionschef
Heiko Maas und Fraktionsvize Ulrich Commerçon exklusiv der Saarbrücker Zeitung.
SPD Saar: Entscheidung gegen fünftes Grundschuljahr (PDF)
Gemeinsamer Appell von Eltern und Schülern „Für gelingende Schulen!
Kein 5.
Grundschuljahr!“
Unterschriftenaktion wird fortgesetzt!
Auch nach der SPD-Entscheidung: Unterschriftenaktion der Eltern wird fortgesetzt! (PDF)
Kein 5. Grundschuljahr - Medienmitteilung (PDF)
Kein 5. Grundschuljahr - Unterschriftenaktion (PDF)
Kein 5. Grundschuljahr - Begleitschreiben (PDF)
Die VOS stellt fest: In der saarländischen Bevölkerung lehnt eine breite Mehrheit das fünfte Grundschuljahr ab!
Höchst lesenswert ist dazu der Kommentar von Bernard Bernarding in der Saarbrücker Zeitung: 2010-08-26 SZ: Kampf um die Schul(re)form (PDF)
Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände (VSU):
Längere Grundschule macht Saarland zum ideologischen "Versuchslabor": 2010-08-27 SZ: Unternehmer gegen "Schul-Experimente" (PDF)
Das "Bildungskonzept" der "Jamaika-Koalition":
Geplante Verfassungsänderung und Konzepte (PDF)
Einführung 5. Grundschuljahr (PDF)
Eckpunktepapier Gemeinschaftsschule (PDF)
Bildungspolitik Landespressekonferenz 2010-07-08 (PDF)
Saar-Bildungsminister gegen Volksentscheid über Schulreform:
2010-07-21 SZ: Wir sollten uns einen Schulkampf ersparen (PDF)
didacta 2/2010: Länger gemeinsam lernen (PDF)
Bildungsminster Klaus Kessler auf SR2 (PDF)
2010-01-04 Saarbrücker Zeitung: Die Schule für alle bleibt sein Fernziel (PDF)
Volksinitiative"Wir wollen lernen" erfolgreich!Hamburger Volksentscheid: Bürger strafen Angriff aufs Gymnasium ab!
Das ENDERGEBNIS: “Wir wollen lernen!”: 58 % Ja-Stimmen (276.304 Stimmen). Bürgerschaft: 45,5 % Ja-Stimmen (218.065 Stimmen). Insgesamt gaben 492.057 Hamburger ihre Stimme ab.
Wir wollen lernen! (extern)
Vorläufiges Abstimmungsergebnis (extern)
Bundesbildungsministerin
Prof. Dr. Annette Schavan:
"Die Bürger sind es satt, dass ständig an den Schulstrukturen herumgedockert wird. Vor allen Dingen ist in Hamburg der Eindruck erweckt worden, das Gymnasium sei Schuld an den Schwachstellen im Bildungssystem. Das war falsch und deswegen ist es so ausgegangen."
Quelle:
2010-07-19 WELT: Schavan lobt Absage an die Hamburger Schulreform (PDF)
Kultusminister zur Schulstruktur:
Dr. Ludwig Spaenle (CSU, Präsident KMK, Kultusminister Bayern):
"Systemkonstanz ist entscheidend für gute Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Wir dürfen nicht die Einheitsschule vorbereiten, sondern müssen die individuelle Förderung der Kinder verbessern, das leistet das differenzierte, mehrgliedrige Schulsystem."
Prof. Dr. Roland Wöller (CDU, Kultusminister Sachsen):
"Es geht nicht, nur die Bildungsrepublik auszurufen und dann nichts zu liefern. Meine Partei muss zu ihrer Verantwortung stehen. Ziel muss es sein, die Unterrichtsstrukturen und die Qualität von Unterricht zu verbessern. Statt ständiger Bildungsreformen braucht Schule Kontinuität."
Prof. Dr. Marion Schick (CDU, Kultusministerin Baden-Württemberg):
"Es gibt kein überzeugendes Modell für ein Gymnasium mit weniger als acht Jahren."
Quelle der Zitate: 2010-07-11 SPIEGEL: Unionspolitiker wettern gegen Beusts Schulumbau (PDF)
Dr. Bernd Althusmann (CDU, Kultusminister Niedersachsen):
"Wir setzen in unserem Bundesland auf Vielfalt statt Einfalt. Wir haben 2004 die Orientierungsstufe mit den Jahrgängen 5 und 6 bewusst abgeschafft und werden an der vierjährigen Grundschule festhalten."
Quelle:
2010-07-15 WELT: Wir setzen auf Vielfalt statt Einfalt (PDF)
Vgl. auch: Rede Marion Schick beim Philologenverband BW (PDF)
Lesenswert
2010-07-20 WELT: Endlich Bildung (PDF)
2010-07-13 WELT: Schule der Unsouveränen (PDF)
2010-07-06/07/11 WELT: Chancengleichheit in der Bildung ist Illusion - Lob des Lehrers - Gegen die Gleichmacherei (PDF)
Kernthesen:
Die Verfechter der Gleichheit haben unsere Gesellschaft fest im Griff. Was für sie im Sozialen der Mindestlohn ist, ist in der Bildung die Chancengleichheit. Ihr Rezept ist einfach: Sie verlangen die Einführung der Einheitsschule. Sie glauben, dass die Schwächen der einen dadurch austariert werden können, dass man sie gemeinsam mit denen unterrichtet, die als leistungsstark und hochbegabt gelten. Für sie ist Bildungspolitik letztlich eine verkappte Form von Sozialpolitik. Doch ein Erfolg der Einheitsschule ist empirisch durch nichts nachzuweisen. Im Gegenteil: Im Ländervergleich innerhalb der Bundesrepublik haben die Länder, die über ein dreigliedriges Schulsystem verfügen, sogar besonders gut abgeschnitten. Statt Glaubenskriege um die Einheitsschule auszufechten, sollte sich die Schule in Deutschland den wirklichen Problemen zuwenden. Das Motto müsste lauten: vom Kampf um das beste Schulsystem zum Kampf um den besten Unterricht. (Sabine Menkens, WELT Online, 12. Juli 2010)
Sigmar Gabriel (SPD-Parteivorsitzender):
"Offenbar war es nur ein frommer Wunsch, Schüler mit derart großen Leistungsunterschieden gemeinsam zu unterrichten", räumte Gabriel ein. Die OS [Orientierungsstufe Niedersachsen Klassen 5 und 6] habe sich "sozial höchst selektiv" ausgewirkt: "Sie hat die Guten nicht richtig gut gemacht - und die Schlechten nicht besser."
Quelle: SPIEGEL Online 26.06.2003, Nun ist sie weg (extern)
Saarländische Parteien zur Schulstruktur:
LINKE: 2010-09-09 SZ: Linke im Saarland lässt fünftes Grundschuljahr endgültig scheitern (PDF)
SPD: 2010-09-02 SZ: SPD sagt Nein: Aus für fünftes Grundschuljahr (PDF
FDP: 2010-09-01 SZ: FDP-Politiker Schmitt sagt Ja zur Schulreform (PDF)
FDP: 2010-08-26 SZ: Widerstand in der FDP gegen fünftes Grundschuljahr wächst (PDF)
FDP: 2010-08-24 SZ: Tadel aus den eigenen Reihen (PDF)
FDP: 2010-08-23 SZ: Saar-FDP geht weiter auf Distanz zur geplanten Schulreform (PDF)
CDU: 2010-08-20 SZ: Keine Basis für Jamaika-Bildungspolitik (PDF)
CDU: 2010-08-18 SZ: Müller wirbt für Schulreform (PDF)
LINKE: 2010-08-12 SZ: LINKE: Streichung der Schulformen aus der Verfassung (PDF)
CDU, FDP: 2010-07-28 SZ: CDU und FDP Saarbrücken lehnen fünfjährige Grundschule ab (PDF)
FDP: 2010-07-20 SZ: FDP geht auf Distanz zu Schulreform im Saarland (PDF)
Linke stellen Bedingungen für Zustimmung zu Verfassungreform:
2010-07-19 SZ: Zwei-Säulenmodell für eine Übergangszeit (PDF)
Ulrich Commerçon, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im saarländischen Landtag, im ZWD-Interview:
"Ich bin wie meine Partei für längeres gemeinsames Lernen, möglichst bis zur Klassenstufe 10." Das Interview: 2010-03-30 ZWD: Zum Hamburger Modell würde ich sofort Ja sagen (PDF)
SPD Saar fordert die Streichung der namentlichen Nennung der Schulformen aus der Verfassung und will gleichzeitig die Einführung eines Zwei-Wege-Modells mit Gemeinschaftsschule und achtjährigem Gymnasium - ein Widerspruch? SPD Saar: Bildungskonzept 2010 (PDF)
Pressemitteilung der FDP:
2010-03-22 FDP Saar: Kein Vertrauen in die Einheitsschule (PDF) Vgl. FDP-Bundespartei (Pressemitteilung vom 7. Januar 2010):
CANEL: Die Sechsjährige Grundschule ist kein Erfolgsmodell (PDF)
Bildungsforscher zu Fragen der Schulstruktur
Prof. Dr. Helmut Fend (Bildungsforscher, Universität Zürich): "Selten hat mich das Ergebnis meiner Forschungen so überrascht und enttäuscht wie diesmal: Die Gesamtschule schafft unterm Strich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des gegliederten Schulsystems – entgegen ihrem Anspruch und entgegen den Hoffnungen vieler Schulreformer, denen ich mich verbunden fühle."
Quelle: 2008-01-04 ZEIT: Schwerer Weg nach oben (PDF)
Prof. Dr. Jürgen Baumert, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) und Prof. Dr. Olaf Köller, Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB):
"Frühe Differenzierung fördert leistungsstarke Schüler."
"Unübersehbar zeigen sich deutliche Leistungsvorteile der Gymnasiasten aus den Bundesländern mit vierjähriger Grundschule, die frühere Differenzierung scheint also leistungsstärkere Schüler in allen drei Fächern [Deutsch, Mathematik, Englisch] besser zu fördern."
"Mit dem günstigeren Lernklima am Gymnasium gehen offenbar nicht nur bessere Schulleistungsentwicklungen einher, sondern auch eine besondere Ausschöpfung kognitiver Begabungsreserven."
"Zusammenfassend zeigt sich zumindest für das deutsche Schulsystem, dass bezogen auf die Fachleistungsentwicklung leistungsstarke Schüler von der Differenzierung im Sekundarbereich profitieren."
Quelle: "Entwicklungspsychologie"
(2008) von Rolf Oerter, Leo Montada (Herausgeber). Prof. Köller ist seit 01.10.2009 neuer geschäftsführender Direktor des IPN (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik).
Prof. Dr. Olaf Köller:
"Die nationalen und internationalen Schulleistungsstudien der letzten Jahre haben gezeigt, dass Schüler an integrierten Gesamtschulen im Vergleich zu Schülern im dreigliedrigen Schulsystem keine Vorteile erreichen."
"Auch der Gesamtschule gelingt es nicht, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schullaufbahn aufzuheben oder nachhaltig zu reduzieren."
Quelle: Bildungsbericht des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB), 2008
Prof. Dr. Jürgen Baumert:
"... aber belastbare empirische Evidenz für die Wirkungen einer zweijährigen Verlängerung der Grundschule kenne ich nicht. ... Gerade wenn man neue Dinge zu lernen beginnt, scheint es einen Matthäus-Effekt zu geben: "Wer hat, dem soll gegeben werden." Also: Wer mit einem Startvorteil beginnt, kann leichter mehr dazulernen, so dass aus kleinen Unterschieden große Disparitäten werden können. Wenn die Schule diesen Spreizungseffekt durch Förderung dämpft, hat sie Erfolg."
Quelle: DER SPIEGEL,
24/2010, SPIEGEL Online 14.06.2010, Schlichte Utopie (extern)
"Wichtig ist […] dass man sich von der Illusion verabschiedet, dass der Schulzweck die Erzeugung von Gleichheit sein könnte. Ich glaube, dies ist ein Traum, den man nur auf Kosten einer systematischen Vernachlässigung von irgendeiner Gruppe erreichen kann. Das heißt, die Schule hat ihren Job getan, wenn sie den Anstieg von Ungleichheit moderat hält und optimal fördert. Die großen Unterschiede entstehen vor der Schule, und zwar aus der Interaktion von dem, was man in die Wiege bekommt, und von der Umwelt."
Quelle: Baumert im Ausschuss für Schule und Weiterbildung 09.12.2009 (PDF) des Landtags Nordrhein-Westfalen (Thema: "Reanalyse der Berliner ELEMENT-Studie")
Prof. em. Dr. Kurt A. Heller (Bildungsforscher, LMU München):
"Ein Aufschub der Übertrittsentscheidung in die 5. oder 6. Jahrgangsstufe impliziert somit mehr Nach- als Vorteile für die Schüler. Die jüngsten bildungs- bzw. parteipolitisch motivierten Entscheidungen einiger Bundesländer zur Verlängerung der vierjährigen Grundschule sind demnach ein kontraproduktives Unterfangen, das weder der Forschungslage entspricht noch der schulpraktischen Erfahrung gerecht wird."
Quelle:
Ideologische Irrtümer und wissenschaftliche Fakten (PDF)
Prof. Dr. Rainer Lehmann (Bildungsforscher, Humboldt-Universität Berlin):
"Die Befürworter der Reform [Einführung der sechsjährigen Primarschule in Hamburg] behaupten, der Übergang an die weiterführenden Schulen werde gerechter, wenn er erst nach sechs statt wie bisher nach vier Jahren stattfinde. Für die Richtigkeit dieser Annahme gibt es keine empirischen Belege. ... Es mag aber zu denken geben, dass im Vergleich der Bundesländer besonders leistungsfähige Bildungssysteme wie das sächsische, das bayrische und das baden-württembergische nur die vierjährige Grundschule, dafür aber einen besonders schwach ausgeprägten Zusammenhang zwischen sozialer Her-kunft und Lernerfolg kennen. ...
Das Kernproblem hinsichtlich des Ziels der Gerechtigkeit besteht darin, angesichts unterschiedlich günstiger Lernvoraussetzungen die Differenzen zwischen den Bildungserfolgen in Grenzen zu halten, ohne die schnelleren Lerner am Lernen zu hindern."
Quelle:
Thesen zur geplanten Einführung der sechsjährigen Primarschule in Hamburg (PDF)
VOS: Es gibt genügend Erfahrungen! Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Bremen zeigen, dass die längere gemeinsame Lernzeit zu Niveauverlust und Unterforderung der Leistungsfähigen und damit zu hoher Frustration bei diesen Kin-dern führt. Diese Bundesländer beginnen das Gymnasium wieder mit der Klasse 5. Das achtjährige Gymnasium ist die Schulform, die leistungsfähige und leistungswillige Kinder aller gesellschaftlichen Schichten fördert.
Die Klassenstufe 5 ist für das grundständige - achtjährige - Gymnasium und dessen Bildungsqualität unverzichtbar! Wer mit der Parole "Länger gemeinsam lernen" eine später einsetzende Differenzierung propagiert, der engagiert sich für eine unzureichende Förderung leistungsstärkerer Schüler. Der Anspruch auf höhere Bildungsgerechtigkeit ist so nicht einzulösen.
Viele weitere Informationen finden Sie beim Arbeitskreis Schulformdebatte e.V.
www.schulformdebatte.de (extern)
Ulrich Sprenger: Sollen Kinder länger gemeinsam lernen? (PDF)
Auskünfte der Bildungsforschung zu Fragen der Schulstruktur (PDF)
Vgl. auch Aussagen der Bildungsforscher zur Schulstruktur in Profil 2010 (PDF)
Warnung vor der Einführung sechsjähriger Grundschulen (extern)
Pädagogische Fehlkonstruktion - Gemeinschaftsschule als Sackgasse (extern)
Bittere Bilanz (extern)
2007-03-04 WELT: Schlechte Noten (PDF)
Offener Brief des Arbeitskreises Schulformdebatte e. V. an Professor Baumert (MPIB): 18 Fragen an das MPIB (PDF)
G7: Bildung made in Saarland (PDF)
Die Bundesdirektorenkonferenz (BDK) und die Vereinigung der Oberstudiendirektoren der Gymnasien im Saarland (VOS) stellen fest, dass die CDU im Saarland in einer „Jamaika-Koalition“ bereit ist, Eingriffe in das saarländische Schulwesen vorzunehmen, die eine Absage an bisherige bildungspolitische Grundpositionen bedeuten.
Die „Jamaika-Koalition“ beabsichtigt ein sechsjähriges gemeinsames Lernen durch ein verpflichtendes Vorschuljahr und fünf Jahre Grundschule zu realisieren. In der Folge wird das achtjährige Gymnasium zu einem G7 verstümmelt! Einmalig in Deutschland. Eine Änderung der saarländischen Verfassung ist dazu erforderlich.
Wer ein G7 will, muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein!
Hinsichtlich der Schulstruktur ist das Saarland in Deutschland isoliert - es gibt nirgendwo eine fünfjährige Grundschule oder ein siebenjähriges Gymnasium!
Wenn Eltern aus dem Saarland wegziehen müssen, werden ihre Kinder vor großen Problemen stehen, ein Zuzug ins Saarland wird künftig eher einer Auswanderung gleichen. Was sagen Wirtschaftsförderer dazu?
Mit dem achtjährigen Gymnasium (G8) wurde die Schulzeit, jedoch nicht die Unterrichtszeit gekürzt. Bei G7 wird dem Gymnasium dagegen unverzichtbare Unterrichtszeit entzogen. Auch anspruchsvolle Bildung braucht Zeit - bei gemeinsamem Lernen im Klassenverband.
Man muss sich vom Anspruch des Erlernens von mindestens zwei Fremdsprachen und von drei Naturwissenschaften auf gymnasialem Niveau verabschieden. Zum Vergleich: Im achtjährigen Gymnasium von Sachsen sind zwei Fremdsprachen und drei Naturwissenschaften für jeden Schüler bis zum Abitur verpflichtend. Sachsen ist der abonnierte Sieger im Bildungsmonitor und Pisa-Sieger.
Die Bildung von sprachlichen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweigen ab der Klasse 8 - ein Qualitätsmerkmal des saarländischen Gymnasiums und ein Entscheidungskriterium der Eltern bei der Wahl der Schulform - wird kaum noch möglich sein. G7 macht wieder eine neue Stundentafel sowie neue Lehrpläne und neue Schulbücher (wer schreibt diese für das Saarland?) in allen Fächern erforderlich.
Gymnasien, die bisher ab Klasse 5 besondere Zweige (Sport, Musik, Latein) angeboten haben, wird es als Bildungsangebot im Saarland nicht mehr geben.
Betroffen sind damit auch schon die Eltern der jetzigen Klassenstufen 4 und 3 der Grundschulen!
Gerade im Falle der Latein-Zweige ab Klasse 5: Wie sollen sich die Eltern bei der Anmeldung am Gymnasium entscheiden, wenn es dieses Angebot später nicht mehr geben wird?
Vor allem auch Gymnasien mit spezifischen Profilen im grenznahen Gebiet zu Rheinland-Pfalz werden besondere Probleme bekommen. Es werden viele Kinder aus Rheinland-Pfalz diese Schulen nicht mehr besuchen und zudem viele Kinder aus dem Saarland Gymnasien in Rheinland-Pfalz wählen (nach der Klasse 4 der Grundschule!).
Klar sein muss: Kleinere Gymnasien sind in ihrer Existenz bedroht!
Die Freiwillige Ganztagsschule - ein Erfolgsmodell an den Gymnasien im Saarland - hat keine Zukunft mehr, denn gerade die Kinder der Klasse 5 stellen nach allen bisherigen Erfahrungen darin die größte Gruppe.
Ein Organisationschaos kann auch vorausgesagt werden. Insbesondere dann, wenn Lehrkräfte der weiterführenden Schulen z. B. in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache) an den Grundschulen eingesetzt werden müssen. Dieser Einsatz wäre ebenso wie die räumliche Ausstattung für das 5. Grundschuljahr mit erheblichen Kosten verbunden. Wer will eigentlich noch Gymnasiallehrkraft im Saarland werden? Die ersten Lehrkräfte wandern schon aus dem Saarland ab.
Bildungsminster Klaus Kessler:
"Jetzt geht der Lehrer zum Schüler und nicht der Schüler zum Lehrer."
Die Reformen der letzten Jahre (achtjähriges Gymnasium G8, neue Gymnasiale Oberstufe Saar GOS) sind immer noch nicht in vollem Umfang bewältigt; im Detail gibt es noch viel zu verbessern.
Die notwendigen Korrekturen an G8 und GOS werden nicht stattfinden, was somit zu Lasten der Schülerinnen und Schüler geht, die jetzt bereits am Gymnasium sind und die von Verbesserungen des bestehenden Systems profitieren würden.
BDK und VOS stellen nachdrücklich fest: Die Klassenstufe 5 ist für das grundständige - achtjährige - Gymnasium unverzichtbar! Versuche in anderen Bundesländern, diese Klassenstufe dauerhaft aus dem Gymnasium zu entfernen, sind gescheitert. Das „längere gemeinsame Lernen“ wurde wieder aufgegeben.
Den leistungswilligen und leistungsfähigen Kindern wird mit dem im Saarland geplanten Vorhaben die Grundlage für eine adäquate Schulbildung entzogen.
Es ist schon der blanke Hohn, für das Gymnasium eine Bestandsgarantie geben zu wollen, die Verfassungsrang hat, denn die hat es im Saarland ja schon - und zwar ab Klasse 5! Wer dem Gymnasium wirklich eine Bestandsgarantie geben will, muss einfach eine Änderung der Verfassung ablehnen!
VOS: Bei einer Verfassungsänderung muss das achtjährige Gymnasium ab Klasse 5 in der Verfassung festgeschrieben werden. Bis Klasse 10 muss der Unterricht im Klassenverband erfolgen.
Die Einführung der Bezeichnung "Gemeinschaftsschule" ist der erste Schritt zur "Einheitsschule" bis Klasse 9 mit einer sich anschließenden dreijährigen gymnasialen Oberstufe, dem eigentlichen bildungspolitischen Ziel der Grünen!
Seit 40 Jahren „reformieren“ Politiker das Bildungswesen im Saarland - sie experimentieren ohne Ende mit unseren Schülern, Lehrern und Eltern. Aber niemand hat erkannt, dass der, der sich wirklich für Qualität im Schulwesen einsetzt, endlich die Schulen in Ruhe pädagogisch arbeiten lässt, der Bildung höchste Priorität zuerkennt, den Lehrerberuf auch durch angemessene Wertschätzung für unsere besten Abiturienten attraktiv macht und der Aus- und Weiterbildung der Lehrer größte Beachtung schenkt - so wie Finnland.
"Historischer Schulkompromiss" von 1996
Aus dem Protokol der Sitzung des Saarländischen Landtags vom 27. März 1996: Historischer Schulkompromiss 1996 (PDF)
Verfassung des Saarlandes - Auszug und Kommentar zu:
Schulformen, Aufnahme, Privatschulen
Verfassung des Saarlandes (SVerf) Auszug und Kommentar (PDF)
Verfassung des Saarlandes (SVerf) (PDF)
Gemeinschaftsschule/Einheitsschule als einzige Schulform verfasssungsrechtlich nicht zulässig:
Verfassungsrechtliche Grenzen einer Schulreform im Saarland(PDF) - mit freundlicher Genehmigung
Ein Beitrag von Dr. Wolfgang Kiefer, Richter am Verwaltungsgericht des Saarlandes:
"Es besteht jedoch eine Verpflichtung des Staates, ein ausreichend differenziertes Schulangebot zur Verfügung zu stellen. Das daraus resultierende Wahlrecht der Eltern zwischen den vom Staat zur Verfügung gestellten Schulformen darf nicht mehr als zulässig begrenzt werden. Die Grenze des verfassungs-rechtlich Zulässigen wird dann überschritten, wenn das Wahl- und Bestimmungsrecht der Eltern angesichts nur noch einer einzigen vorhandenen obligatorischen Schulform mit einem vom Staat einseitig festgelegten Bildungsziel obsolet wird und praktisch leerläuft. Von daher wäre der Versuch, die Gemeinschaftsschule als einzige Schulform (im Sinne einer Einheitsschule) etablieren zu wollen, von vornherein zum Scheitern verurteilt."
Veröffentlicht in: Zeitschrift für Landes- und Kommunalrecht Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland - LKRZ (extern).
Im Koalitionsvertrag ("Plan B"): "Bei Nichtzustandekommen dieser Verfassungsänderung bleibt die vierjährige Grundschule
(1-4) erhalten und die weiterführenden Schulformen setzen ab Klassenstufe 5
ein. Die Prinzipien Chancengleichheit, Wahlfreiheit, Durchlässigkeit und längeres gemeinsames Lernen werden dann im Zuge von Teilreformen realisiert. Ansatzpunkte
hierbei sind unter anderem die Punkte Lehrplangestaltung, Stundentafeln, Ganztagsschulen, bedarfsgerechter Ausbau der Gesamtschulen (5-13; ggf. durch Umwandlung von Erweiterten Realschulen)."