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Aktuell
Wahlkampf in Schleswig-Holstein:
SPD und Grüne sagen den Gymnasien den Kampf an
Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL-SH) und Philologenverband Schleswig-Holstein (PhV-SH):
2012-02-05 Abschaffung des Lehramts an Gymnasien: Einheitschule durch die Hintertür (PDF)
Gemeinsame Presserklärung von IVL-SH und PhV-SH (extern)
Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien (BDK)
Der Bundesvorsitzende im Interview mit dem Wochenmagazin FORUM (2012-01-20): Rettet die Gymnasien (PDF)
[mit freundlicher Genehmigung von FORUM]
So hat das Gymnasium keine Zukunft (extern)
Hinweis: Es lohnt ein Blick in das Archiv des Pressespiegels!
Prof. Dr. Jürgen Baumert über Gymnasien
Der emeritierte Bildungsforscher und Direktor am Max-Planck-Institut in Berlin,
Prof. Dr. Jürgen Baumert:
…
Zu den interessantesten Befunden der Pisa-Studie zählt Baumert die Beobachtungen zu den Gymnasien: In den Jahren 2000 bis 2009 sei der Gymnasialbesuch von 31 auf 36 Prozent gestiegen. Die mittleren Gymnasialleistungen hätten sich aber nicht im geringsten verschlechtert, die Förderleistungen des Gymnasiums gerade im schwächeren Segment der neu hinzugekommenen Schulbevölkerung seien eine eminente institutionelle Leistung. Allen Gerüchten zum Trotz nehme das Gymnasium seine Förderaufgabe sehr ernst, nur im wirklichen „Elitebereich“, bei den zehn Prozent Leistungsstärksten, könnte es besser werden. Für diese Gruppe gelte es noch anspruchsvolleren Unterricht zu machen, „und das wird nicht nur den leistungsfähigsten Schülern helfen, sondern das Niveau insgesamt noch heben“. Der Unterricht am Gymnasium sei deutlich besser als an allen anderen Schulformen, aber er sei im Vergleich zu dem, was Fachleute sich etwa unter einem guten Mathematikunterricht vorstellten, deutlich verbesserbar: „zu algorithmisch, zu kalkülorientiert, nicht kognitiv herausfordernd genug. Die Diagnose wäre eigentlich: Das Gymnasium unterfordert die Schüler tendenziell“, sagt Baumert, der Überforderung für das deutlich kleinere Übel hält als langweiligen Unterricht. Das Gymnasium sei die effektivste Schulform, die es gebe, meint er und würde die Gymnasiallehrer gern ermutigen, ihre Ansprüche zu heben. …
Quelle: FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
DONNERSTAG, 13. OKTOBER 2011 · NR. 238 · SEITE 7
Langsam kommt der Tanker auf Kurs
Von Heike Schmoll
Änderung des Saarländischen Lehrerbildungsgesetzes
Amtsblatt des Saarlandes vom 26. Januar 2012:
„Dieses Gesetz regelt die Lehrerinnen- und Lehrerbildung für
1. das Lehramt für die Primarstufe,
2. das Lehramt für die Primarstufe und für die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5 bis 9),
3. das Lehramt für die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5 bis 10),
4. das Lehramt für die Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II,
5. das Lehramt an beruflichen Schulen,
6. das Lehramt für Sonderpädagogik.“
Es gibt im Saarland kein Lehramt für Gymnasien mehr!
Die VOS fordert, dass sich die Lehramtsausbildung weiterhin an den Schulformen orientiert, so wie es in den anderen Bundesländern der Fall ist. Es muss daher im Saarland im „Zwei-Säulen-Modell“ ein Lehramt an Gemeinschaftsschulen und ein Lehramt an Gymnasien geben.
VOS: Gymnasiale Bildung findet vor allem in den Klassen 5 bis 10 statt. Die Struktur, das pädagogische Konzept und die Ziele der Gemeinschaftsschule als Pflichtschule sind mit denen des achtjährigen Gymnasiums nicht vergleichbar! Daher müssen die Lehramtsausbildungen unterschiedlich sein. Das gilt auch für deren Bezeichnung. Hinzukommen muss ein reines Lehramt an Grundschulen - wie Rheinland-Pfalz es bereits eingeführt hat.“
2011-12-05 Abschaffung des Lehramts an Gymnasien im Saarland (PDF)
Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) begrüßt den "Einheitslehrer" und fordert die "Einheits-besoldung":
"Statt des "Lehramtes für Gymnasien und Gesamtschulen" wird das "Lehramt für die Sekundarstufe I und für
die Sekundarstufe II" neu aufgenommen. Damit ist die
Möglichkeit gegeben, eine Lehrerschaft für die Belange
der beiden weiterführenden Schulen auszubilden, die
flexibel in den Gymnasien und den Gemeinschaftsschulen
eingesetzt werden kann."
"Freudig überrascht war der Saarländigsche Lehrerinnen- und Lehrer-Verband (SLLV) über die öffentliche Feststellung des zuständigen Pressesprechers [Anm.: des Bildungsministeriums]: "Das saarländische Bildungs-Ministerium ist dazu verpflichtet, alle seine Lehrer/innen gleich zu bezahlen!" Bestätigt dieser damit doch nur eine langjährige Forderung der größten Interessen-Vertretung der Lehrer/innen im Saarland!"
Quelle: Lehrer und Schule heute 12/2011 Seite 216 und 217
Saarländischer Lehrerstellenmarkt im Sommer 2011
mag's (Das Magazin Saar) Sendung vom 01.09.2011:
Lehrer auf der Flucht (extern)
Aktueller Bericht Sendung vom 12.08.2011:
Gymnasium: Strukturelle Personalprobleme (extern)
Lehrerstellen: Zahlen des Bildungsministeriums (PDF)
Die Zahlen belegen: Es ist durchgängig eine Bevorzugung der Gesamtschule und eine drastische Benachteiligung des Gymnasiums (und auch der Erweiterten Realschule) festzustellen.
Die VOS stellt seit Jahren fest, dass es de facto keine Lehrerfeuerwehr an Gymnasien gibt (vgl. Pressemitteilungen). Alle der sog. mobilen Lehrerreserve zugewiesenen Lehrkräfte werden von Schuljahresbeginn an für strukturellen Unterrichtsbedarf eingesetzt.
Die Unterrichtsversorgung an den Gymnasien kann aktuell nur durch 25 (!) Aushilfskräfte mit nur Erstem Staatsexamen sichergestellt werden, deren Verträge auf das erste Schulhalbjahr befristet sind. Dann: Lehrerwechsel, Lehrerwechsel, Lehrerwechsel ...
An den Gesamtschulen wurden den Junglehrern keine befristeten Stellen sondern nur Planstellen angeboten!
40 Jahre Bundesdirektorenkonferenz (BDK) Gymnasien - Frühjahrtagung Berlin 2011
Pressemitteilungen:
2011-04-02 40 Jahre BDK: Der Schulkonsens ist möglich! (PDF)
2011-04-03 BDK: Keine achtjährige Gemeinschaftsschule in Sachsen-Anhalt! (PDF)
Festakt - Begrüßungsrede des BDK-Vorsitzenden:
BDK: Schluss mit dem Schulchaos! (PDF)
BDK: Berliner Erklärung (PDF)
Autorisierte Zitate:
Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister für Kultus und Sport in Sachsen:
„Dreh- und Angelpunkt einer guten Bildung sind die Lehrer. Daher müssen wir ihr Ansehen verbessern und in die Gewinnung junger Lehrer investieren. Gemeinsam mit dem Bund schlage ich eine ‚Exzellenzinitiative Lehrerbildung‘ vor."
"Der Bildungsföderalismus ist kein Selbstzweck, sondern dient dem Wettbewerb um Qualität und die beste Lösung in der Bildungspolitik. Wir brauchen mehr Gemeinsamkeit und Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern. Daher schlägt Sachsen ein ‚ländergemeinsames Abitur‘ vor."
"Die demografische Entwicklung und der Schülerrückgang werden die Bildungslandschaft nachhaltiger verändern wie kaum etwas. Statt ideologischen Reformexperimenten wie Gesamt- und Gemeinschaftsschulen wird das deutsche Schulsystem in Zukunft neben dem Gymnasium nur noch eine weiterführende Schulart haben.“
Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Deutsche Telekom Stiftung, Bundesaußenminister a. D.:
"Die Lehreraus- und -fortbildung ist eine der absolut zentralen Stellschrauben für die Qualität des deutschen Bildungssystems. Daher steht auch dieses Thema als Leuchtturm auf der Agenda der Deutsche Telekom Stiftung ganz
oben."
"Das Kooperationsverbot ist eine Bildungsbarriere und muss fallen, weil es verhindert, dass es zu den wirklich dringenden
Bildungspartnerschaften von Bund, Ländern und Kommunen kommt. Es kann doch nicht richtig
sein, dass der Bund dort nicht mitzahlen darf, wo es in unserem Bildungssystem zwickt. Die Länder
sind einfach alleine nicht in der Lage, das zu liefern, was dringend notwendig ist, damit wir unsere
Schwachstellen im Bildungsbereich beheben - und deren gibt es zu viele.“
Turnusgemäß fand auch die Neuwahl des Vorstands der BDK statt.
Der bisherige Vorsitzende, Dr. Rainer Stein-Bastuck (Saarland) wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Stellvertretende Vorsitzende sind: Elke Richter (Sachsen), Hugo Oettinger (Baden-Württemberg), Ralf Treptow (Berlin). Schatzmeister ist weiterhin Konrad Großmann (Nordrhein-Westfalen).